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Büchertipps für den November

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Halbzeit. Das sind unsere Buchtipps für die zweite Hälfte des Novembers:

RAUMPATROUILLE von Matthias Brandt

Nein, der Nachname ist kein Zufall, sondern gehört tatsächlich dem Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Matthias Brandt ist eigentlich Schauspieler und hat mit „Raumpatrouille“ sein Debüt als Schriftsteller gegeben. Der Buchinhalt wird als Beschreibung seiner Kindheitserinnerung angepriesen, was mich fast ein wenig abgeschreckt hat. Zu Unrecht! Seine Erinnerungen lesen sich, als hätte er sie damals schon notiert. Ohne überkluge Kommentare, die frühere Unwissenheit korrigieren könnte, zieht es den Leser in den Kosmos seiner früheren Zeit. Witzig und überraschend anders, als erwartet.

Raumpatrouille, Matthias Brandt, erschienen bei Kiepenheuer&Witsch.

 

NORA WEBSTER von Colm Toibin

Toibin erzählt in seinem neuesten Roman Nora Webster die Geschichte einer jungen Frau, die sich nach dem Tod ihres Mannes im Irland der 60er Jahre mit ihren vier Kindern gegen Konventionen und gesellschaftlichen Erwartungen behaupten muss. Das ist eins dieser Bücher, in denen nicht wirklich etwas atemberaubendes passiert, man es aber trotzdem nicht zur Seite legt und man sich nach der letzten Zeile fragt, wie der Autor es so geschafft hat, fast 400 Seiten zu füllen. Für Fans von Liebe in Zeiten der Cholera.

Nora Webster, Colm Toibin, erschienen bei Hanser Verlag.

 

DIE UNVOLLKOMMENHEIT DER LIEBE von Elizabeth Strout

Zugegeben, der Name klingt etwas kitschig, das liegt an der Übersetzung, denn im Original heißt der neue Roman von Elizabeth Strout „My name is Lucy Barton“. Der Titel passt auch viel besser zu dem Buch, denn Lucy Barton ist die Hauptfigur des Romans. Die Schriftstellerin muss eine längere Zeit im Krankenhaus verbringen und bekommt dort Besuch von ihrer Mutter, zu der sie Jahre lang keinen Kontakt hatte. Viel passiert nicht, außer, dass Lucy ihr Leben Revue passieren lässt. Ein schöner, ganz ruhig erzählter Roman über das besondere Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern.

Die Unvollkommenheit der Liebe , Elizabeth Strout, erschienen bei Luchterhand.

 

AMERICANAH von Chimamanda Ngozi Adichie

Dieses Buch ist keine Neuentdeckung, sondern schon etwas älter. Erzählt wird die Geschichte von Ifemelu und Obinze, die beide in Nigeria aufgewachsen und später nach USA bzw. England auswandern. Ihre Leben könnten dort kaum unterschiedlicher verlaufen: Ifemelu studiert in Princeton und beginnt einen erfolgreichen Blog zu schreiben, während Obinze als illegaler Einwanderer in London landet und schon bald zurück nach Nigeria muss. Dort kreuzen sich ihre Wege wieder. „Americanah“ ist ein ganz großartiger Roman über eine große Liebe, aber vor allem über junge Einwanderer und deren Leben in und Empfinden in einer fremden Gesellschaft.

Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie, erschienen bei S. Fischer.

 

 



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