Über uns |Kontakt

Lesetipp: „The Girls“ von Emma Cline

thegirls-003

Irgendwie scheine ich es diesen Sommer mit jungen Autoren zu haben. Nach Benedict Wells (Jahrgang 1984) habe ich jetzt „The Girls“ von Emma Cline (Jahrgang 1989) gelesen. Die durchweg positiven Kritiken haben mich erst ein bisschen skeptisch gemacht, denn wenn ein Buch so gehypt wird, sind die Erwartungen ja ziemlich hoch. So auch bei mir und „The Girls“. Ich wurde nicht enttäuscht.

Worum es geht

 „The Girls“ ist angelehnt an die Geschehnisse um die „Manson-Family“, eine Hippie-Kommune, benannt nach ihrem Anführer Charles Manson, die Ende der 1960er Jahre in Südkalifornien mehre Morde beging.

Erzählt wird die Geschichte von Evie Boyd, die auf ihr Leben, bzw. die Ereignisse, die ihr Leben entscheidend geprägt haben, zurückblickt. In der Zeit ist sie 14 Jahre alt, ihre Eltern haben sich gerade scheiden lassen, sie steckt mitten in der Pubertät und weiß nicht so richtig, was sie mit sich und der Welt anfangen soll. Während der Vater sich mit einer jüngeren Frau aus dem Staub gemacht hat und die Mutter ebenfalls neue Männer-Bekanntschaten macht und dabei ist, sich selbst zu finden, versucht Evie ihren Platz in der Welt zu finden. Eines Tages sieht sie im Park eine Gruppe von Mädchen, die ganz anders zu sein scheinen, als die Mädchen aus ihrer Schule. Besonders die offensichtliche Anführerin der Gruppe, Suzanna, zieht Evies Aufmerksamkeit auf sich. Durch einen Zufall trifft sie Suzanna kurz darauf wieder und wird von ihr mitgenommen auf eine abgelegene Ranch, auf der sich alles um den Anführer der Gruppe, Russel, dreht. Es dauert nicht lange und Evie ist vollkommen im Bann der Kommune, schaut nur noch sporadisch zuhause vorbei (was kaum auffällt), macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen und fühlt sich erstmals irgendwo dazugehörig. Dabei merkt sie nicht, wie ihr Leben langsam aber sicher vollkommen aus dem Ruder läuft und alles auf eine große Katastrophe zusteuert.

Was mir so gefallen hat

Man könnte denken „The Girls“ sei einfach die Geschichte eines Mädchens, dass unbedingt dazu gehören will und dabei an die falschen Leute gerät. Aber das ist es nicht. Vielmehr ist es ein unglaublich spannender Thriller, bei dem die Spannung ganz nebenbei aufgebaut wird. Durch verschiedene Anspielungen weiß man als Leser schon früh, dass es im Verlauf der Geschichte mehrere Mordfälle geben wird. Was unklar ist, ist ob und wie Evie beteiligt ist. Und auch in der Geschichte der älteren Evie, die die Geschichte erzählt, baut Emma Cline einen unglaublichen Spannungsbogen auf, der bis zur letzten Seite anhält.

Besonders gefallen hat mir die Sprache und die Beschreibung der Orte, der Atmosphäre und vor allem der  Charaktere, allen voran Suzannas Person, aber auch Evie in ihrer pubertären Unsicherheit.

Cline_25268_MR.indd„The Girls“ ist ein großartiger Debütroman. Wer Lust auf einen Thriller hat, der gleichzeitig ein Roman über Freundschaft und Einsamkeit ist, eigentlich in einer Idylle spielt, aber überhaupt nicht idyllisch ist, sollte dieses Buch lesen. Erschienen ist „The Girls“ beim  Hanser-Literaturverlag.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.