Über uns |Kontakt

Last days of summer

lastdaysofsummer

Da sind sie wieder- diese Tage, an denen du noch mit der Sonne aufstehst, dich in ihrem Schein räkelst und streckst, vielleicht morgens vor der Arbeit noch eine Runde laufen gehst. Dich in der Mittagspause in ein Café setzt oder ein Fleckchen Rasen suchst, auf dem du deinen Salat essen kannst. Du schaust so oft wie möglich von deinem Bildschirm auf, um den blauen Himmel zu beobachten. Zu merken, dass keine einzige Wolke den Horizont streift. Am frühen Nachmittag wirst du unruhig weil es dich nach draußen zieht, du schnell Feierabend haben willst, um raus zu laufen. Irgendwohin, wo die Sonnenstrahlen dein Gesicht treffen und du sie noch genießen kannst.

Ist das vielleicht der letzte Tag Sommer?

Aber diese Tage bergen noch etwas anderes in sich. Eine ganz leichte Andeutung, einen Hinweis darauf, was folgen wird. Der Herbst. Es wird kalt, ungemütlich, dunkel wenn du aufstehst und dunkel, wenn du nach Hause gehst. Das Gegenteil von jetzt und das Gegenteil von Sonne – zumindest in unseren Köpfen. Also machen wir in diesen allerletzten Tagen vor der vermeintlichen Dunkelheit noch mal schnell alles, was möglich ist und was wir diesen Sommer noch nicht geschafft haben.

Und das ist der Punkt. Diese Tage, the last days of summer, stressen mich manchmal ungemein. Ich fange an „meinen Sommer“ zu bewerten und Kopflisten abzuhaken. Am Lieblingssee gewesen: check. Auf einer Dachterasse den Sonnenuntergang gesehen: check. Einen Städtetrip gemacht: check. Sich spontan mit Freunden in einer lauen Sommernacht betrunken, einfach weil es so schön ist: check. Gegrillt: check. Das betrifft nicht nur Aktivitäten. Schnell noch Melonen und Tomaten essen, bevor sie wieder weg oder wässrig sind. Auf jeden Fall noch mal alle Kleider und Röcke tragen. Noch mal richtig sommerlich frisch und umwerfend aussehen, bevor es vorbei ist.

Alles, was ich nicht abhaken oder umsetzen kann, setzt mich irgendwie unter Druck. Manchmal wache ich auf mit einem Plan für den Tag und schmeiße ihn im Laufe der Stunden noch dreimal um, weil der ursprüngliche Plan zu wenig „draußen“, zu wenig „See“, zu wenig „chillen“ und einfach zu wenig Sommer ist. Und dann bin ich gestresst. Nicht mehr standhaft, verunsichert und unentschieden. Und das an den letzten Tagen des Sommers!

Und wenn schon.

Sich dessen bewusst zu sein, ist vermutlich der erste Schritt, sich zu beruhigen. Wenn ich an einem der letzten Tage des Sommers auf dem Sofa lesen will, dann mache ich das. Kein Bock mehr auf Melone? Hey, alright. Heute früh hatte ich Lust, eine Jeans anzuziehen- ich habe es getan, obwohl es 30 Grad werden sollen und ich in den nächsten Monaten noch sehr oft Jeans tragen werden muss. Na und.

Ich habe mir vorgenommen mir bewusst zu machen, auf was ich mich freue. Dankbar zu sein, was ich diesen Sommer erlebt habe, gleichgültig demgegenüber, was ich vielleicht vorhatte aber nicht getan habe. Ich drucke mir Fotos von diesen Momenten aus, damit ich sie nicht vergesse. Und freue mich auf Kürbis, Kohl und buntes Herbstlaub.



Eine Antwort zu “Last days of summer”

  1. […] Hatten wir uns für diesen Sommer auch vorgenommen, aber wie Martha es so schön in ihrer letzten Kolumne beschrieben hat, man kann nicht immer alles schaffen. Vielleicht klappts dieses Wochenende noch. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.