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„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

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Benedict Wells war für mich DIE Entdeckung des Sommers. Damit bin ich ziemlich spät dran, denn Wells erster Roman, „Beck letzter Sommer“, ist 2008 erschienen und schon damals wurde der Autor in höchsten Tönen gelobt – zu Recht, wie ich jetzt, nachdem ich „Vom Ende der Einsamkeit“ gelesen habe, sagen kann.

Worum es geht

„Vom Ende der Einsamkeit“ ist die Geschichte von Jules, dem Ich-Erzähler, und seinen Geschwistern Liz und Marty, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Der erste Teil handelt von der Kindheit der Drei, der zweite Teil ist aus Jules Erwachsenen-Perspektive erzählt, wird aber immer wieder durch Rückblenden unterbrochen.

Nach dem Tod der Eltern kommen die Geschwistern in ein Internat, wo sie sich sehr schnell auseinander leben. Liz, die Älteste, versucht den Verlust der Eltern mit Drogen und Affären zu kompensieren. Marty wird immer mehr zum Computernerd und Jules zieht sich in seine eigene Welt zurück und redet mit kaum jemandem. Erst als Alva in seine Klasse kommt, hat er das Gefühl, in dem etwas sonderlichen Mädchen eine Vertraute gefunden zu haben. Nach dem Abitur verlieren sich Jules und Alva aufgrund eines Missverständnisses aus den Augen, das sie erst Jahre später aufklären können.

Seine Geschwister verliert Jules über die Jahre auch immer mehr aus den Augen, jeder lebt sein Leben vor sich hin und verarbeitet die anhaltende Trauer über den Verlust der Eltern auf seine eigene Art. Erst ein weiterer schwerer Schicksalsschlag bringt die Geschwister einander wieder näher.

Was mir so gefallen hat

Die Frage ist eher: Was hat mir nicht gefallen? „Vom Ende der Einsamkeit“ ist eines der traurigsten und zugleich schönsten Bücher, die ich je gelesen habe! Ich musste mehrmals weinen, das passiert mir nicht oft bei Büchern, und ich habe echt ein paar Tage gebraucht, um mich von der Emotionalität dieses Buches zu erholen. Benedict Wells ist Jahrgang 1984, das an sich ist nichts besonderes, denn es gibt viele gute junge Autoren. Trotzdem fasziniert mich, dass jemand in dem Alter so eine unglaublich berührende Geschichte schreiben kann. Für mich ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte.

„Vom Ende der Einsamkeit“, erschienen im Diogenes Verlag.



6 Antworten zu “„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells”

  1. Sophie sagt:

    Wusste gar nicht, dass es was neues gibt von Benedict Wells. Seit „Becks letzter Sommer“ hat er definitiv einen festen Platz in meiner Autoren Hitlist. Und sein neues Buch muss ich mit allem Anschein nach auch vormerken 🙂

  2. Anja v. Knobelsdorff sagt:

    Habe mir das Buch heute am Bahnhof in Kiel gekauft und in Berlin-Südkreuz fast ausgelesen. Absolut fesselnde Familiengeschichte. Das erste mal musste ich auf Seite 52 weinen ;o)….

  3. […] unseres aktuellen Lieblingsbuchs, Benedict Wells, einmal live zu lauschen (das Buch haben wir hier vorgestellt). Neu im Programm ist die Sparte „Science and the Humanities“, in der es […]

  4. constanze sagt:

    Judith, es ging mir ähnlich wie Dir beim lesen des Buches. Witzigerweise habe ich eine Kollegin, die mit Benedict Wells im Internat gewesen ist und mir erzählt hat, wieviel tatsächlich autobiographisch ist.

  5. […] scheine ich es diesen Sommer mit jungen Autoren zu haben. Nach Benedict Wells (Jahrgang 1984) habe ich jetzt „The Girls“ von Emma Cline (Jahrgang 1989) gelesen. Die […]

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